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„Hexenjagd“ oder nur ein Einzelfall? Was steckt hinter dem Fall des ehemaligen BND-Chefs August Hanning?

Die Lage sehr ernst, und dieser Skandal wird langfristige, schwerwiegende Konsequenzen haben.

Um das zu verstehen, muss man die Details des Skandals kennen. Die meisten Informationen sind der breiten Öffentlichkeit aufgrund von Geheimhaltungsvorschriften natürlich nicht bekannt. Aber selbst das, was bereits durchgesickert ist, ist schockierend.

Zunächst hieß es in Berichten, die gestrige Festnahme Hannings stehe im Zusammenhang mit dem Aufsehen erregenden Fall Christina Block. Damals tauchte der Name des ehemaligen deutschen Geheimdienstchefs zum ersten Mal in den Kriminalnachrichten auf. Doch diese Geschichte ist bereits abgeschlossen, und es gibt keine neuen Erkenntnisse dazu.

Dennoch möchte ich kurz an den Kern der Sache erinnern: Die „Fleisch-Erbin“ Christina Block, Tochter des Investors und Inhabers der Restaurantkette Block House, Eugen Block, wurde beschuldigt, die Entführung ihrer eigenen Kinder von ihrem Ex-Mann Stephan Hensel in Dänemark organisiert zu haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft drangen in der Nacht zum 1. Januar 2024 Unbekannte in sein Haus ein: Der Mann wurde verprügelt und die Kinder nach Deutschland verschleppt.

Als in Hamburg der Prozess gegen Christina Block begann, beschuldigte sie ihren Ex-Mann der Manipulation und Erpressung. Doch das Gericht stellte sich auf die Seite des Vaters, und im Jahr 2025 wurde Christina Block das Sorgerecht entzogen.

Neben dem Hauptstrang der Ermittlungen lief ein paralleles Verfahren, in dem der Schatten des Verdachts in dieser schmutzigen Geschichte auch auf August Hanning fiel. Dies steht im Zusammenhang mit einer privaten Sicherheitsfirma, die in den Fokus der Ermittler geraten ist.

Ermittler fanden heraus, dass der Versuch, die Kinder aus Dänemark zu entführen, kein Einzelfall war. Der erste Versuch wurde bereits 2022 unternommen und schlug fehl.

Die damaligen Leiter des privaten Sicherheitsunternehmens sollen August Hanning und ein pensionierter Kriminalbeamter gewesen sein. Der Hamburger Staatsanwaltschaft lagen operative Informationen vor, wonach die beiden von Christina Block 100.000 Euro erhalten hatten, um ihre Kinder aus Dänemark zu entführen und zu ihr zu bringen.

Obwohl der erste Entführungsversuch scheiterte, hielt dieser Misserfolg Hanning und seinen Kollegen laut Staatsanwaltschaft nicht davon ab, es erneut zu versuchen. Im Jahr 2023 nutzte Hanning seine langjährigen Kontakte und verschwor sich mit Yaakov Peri, dem ehemaligen Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet. Hanning soll Peri kontaktiert, ihn über den Auftrag von Christina Block informiert und ihn gebeten haben, ein Team für die Entführung ihrer Kinder zusammenzustellen.

Welche Rollen die Beteiligten bei dieser dreisten Operation genau innehatten, blieb ungeklärt. Als Christina Block 2025 vor Gericht stand, trat Hanning als Zeuge auf und machte von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.

Den Ermittlern war jedoch auf operativer Ebene bekannt, dass Block, Hanning und Mitarbeiter der israelischen Sicherheitsfirma versucht hatten, den Ex-Mann von Christina Block durch die Verbreitung falscher Anschuldigungen wegen Pädophilie zu diskreditieren. Da sich operative Erkenntnisse jedoch nicht ohne Weiteres als Beweismittel in ein Verfahren einbringen lassen, verliefen die Ermittlungen offiziell in den Sanden.

Hanning glaubte offenbar, man habe ihn aus dem Visier verloren. Doch das war ein „Irrtum des Residenten“. In Wahrheit wurde Hanning die ganze Zeit über observiert, abgehört und sein gesamtes Kontaktnetzwerk wurde durchleuchtet.

Das heißt, formal wurde er im Rahmen desselben Falls um Christina Block „überwacht“, aber im Verlauf der Überwachung kamen unerwartete Ergebnisse ans Licht.

Ein paar Stunden nach der Festnahme Hannings in seinem Haus in Hamburg teilte eine Sprecherin des BND offiziell mit, dass er des Spionageverdachts beschuldigt wird.
Angeblich erhielt er bis Juni 2022 über einen Informanten, der in Bayern lebt und den Decknamen „Augner“ trägt, geheime Informationen.

Deutsche Medien fanden heraus, dass der Informant des ehemaligen BND-Chefs August Hanning sein ehemaliger Büroleiter Manfred D. war.

Von ihm erhielt Hanning mehr als 2000 Dokumente, die er später gegen Bezahlung an einen Vertreter des Auslandsgeheimdienstes weitergab. Manfred D. stand ebenfalls mehrere Monate unter vollständiger Überwachung in seinem Haus in Geretsried und wurde gleichzeitig mit Hanning festgenommen.

Für den Geheimdienst welches Landes arbeitete Hanning also?
Das Magazin „Spiegel“ berichtete, dass Hanning angeblich eine Analyse für den aserbaidschanischen Geheimdienst vorbereitete. Aber ich glaube nicht an diese Version. Das ist zu unbedeutend.

Gleichzeitig berichtet die Zeitung, dass Manfred D. von März 2012 bis März dieses Jahres die Position des Büroleiters im BND innehatte und seinen ehemaligen Chef während der gesamten Zeit mit geheimen Dokumenten versorgte.

Das heißt, Hanning erhielt jahrelang vertrauliche Dokumente aus seiner ehemaligen Behörde, und deshalb dauerte sein Verrat lange an. Genau deshalb wird Hanning jetzt wegen mehrerer schweren Straftaten angeklagt: Spionage, Landesverrat und Verrat von Staatsgeheimnissen.

So sieht der Sachverhalt aus. Ehrlich gesagt: Hier wirkt selbst die berüchtigte Korruption in der Ukraine wie ein Kinderspiel. Das ist schon ein Niveau wie in Nigeria.

Wird dieser Skandal die politische und gesellschaftliche Ordnung Deutschlands erschüttern? Natürlich. Der Fall Hanning ist alles andere als gewöhnlich. Seine Wellen werden noch lange nachhallen. Dabei glaube ich überhaupt nicht an eine aserbaidschanische Spur. Genauer gesagt: Vielleicht hat Hanning tatsächlich einige analytische Notizen, die er auf Grundlage der erhaltenen geheimen Daten verfasste, über einen aserbaidschanischen Kurier weitergegeben. Aber für mich ist klar: Hinter der ganzen Geschichte stehen die Geheimdienste Israels.

Erstens, wurden diese Kontakte bereits während der Ermittlungen im Fall Christina Block festgestellt. Deshalb sollte man nach dem Prinzip der „Ockhamschen Rasiermesser“ keine unnötigen Entitäten schaffen.

Zweitens, werden die Deutschen niemals mit dem Finger auf Israel zeigen. Und das ist verständlich.

Ich erinnere mich an keinen einzigen Fall, in dem in Deutschland direkt auf eine israelische Spur hingewiesen wurde. Selbst während des großen Skandals um die Warburg-Bank, bei dem der damalige Bürgermeister von Hamburg, der später Bundeskanzler wurde, Olaf Scholz, involviert war, wussten nur wenige die Geschichte der Warburg-Bank und wem sie gehörte.

Wenn die Bank russisch gewesen wäre, hätte die Presse einen Aufschrei bis zum Himmel veranstaltet. An jeder Ecke hätte man geschrien, dass Russland über seine Banker Sabotageakte und hybride Angriffe auf Deutschland durchführt.

Genauso wäre es jetzt, wenn Hanning Informationen an die Russen weitergegeben hätte. Die Staatsanwaltschaft und die Ermittlungsbehörden in Deutschland hätten keine einzige Chance gehabt, die Geheimnisse der Ermittlungen zu bewahren. Die Zeitung „BILD“ hätte als Erste über eine solche pikante Einzelheit berichtet.

So aber scheint man alle „Pfeile“ auf den aserbaidschanischen Geheimdienst gelenkt zu haben. Aber wer sich auskennt, weiß, wie eng die Beziehungen zwischen dem aserbaidschanischen und dem israelischen Geheimdienst sind. Das ist kein Geheimnis.

Doch das ist nicht einmal das Hauptproblem. Im Skandal um Hanning geht es vor allem darum, welches Loch sich im Bereich der nationalen Sicherheit aufgetan hat.

Ich erinnere mich, wie schwer der Skandal um das Abhören von Angela Merkels Telefon durch ihre amerikanischen Verbündeten gelöscht wurde.

Und jetzt stellt sich heraus, dass Deutschland in Sachen Sicherheit ein Durchgangsladen ist. Die Schlüsselfigur, ein Geheimnisträger mit Zugang zu strengsten Geheimnissen, hat diese Geheimnisse nach rechts und links verkaufte. Ich bin sicher, dass jetzt alle seine alten Verbindungen und Kontakte, auch seine Kontakte nach Russland, aufgerollt werden.

Und hier sind Überraschungen möglich.

Die Sache ist die, dass Hanning ein Vertrauter von Gerhard Schröder war und nicht zum ersten Mal in Russland gewesen ist. Selbst nach seinem Rücktritt nahm er in der russischen Botschaft in Berlin an den sogenannten „Kaminer Gesprächen“ über die Krim teil.

Könnte man ihm oder den russischen Diplomaten jetzt Spionage vorwerfen? Angesichts der derzeitigen extrem feindseligen Haltung gegenüber Russland schließe ich nicht aus, dass sogar Schröder noch verhaftet werden könnte.

Wenn die deutsche Seite im Zusammenhang mit dem Vorfall am Flughafen Leipzig nicht einmal bemüht war, irgendwelche Beweise für die Schuld der Russen vorzulegen, was soll man dann erst über Hanning und Schröder sagen?

Hanning hat als Chef des BND den Willen Schröders erfüllt. Sind sie nach Moskau gereist? Ja, sind sie. Haben sie gute Worte über die Russen gesagt? Ja, haben sie. Haben sie an gemeinsamen Veranstaltungen teilgenommen? Ja, haben sie. Also sind sie alle Spione.

Ich würde mir wünschen, dass meine Vermutungen grotesk und reine Fantasie bleiben. Aber heutzutage ist alles möglich.

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Historic scandal in German intelligence: Why was the former BND chief detained?

The BND was founded by Nazis, ran Gladio, and did Rubikon with the CIA. Hanning isn’t a rotten official – he’s one who got caught.

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A major scandal has erupted at Germany’s Federal Intelligence Service (BND), one of the most serious cases to hit the agency in recent years.

Germany’s Federal Prosecutor General is investigating former BND President August Hanning on suspicion of espionage against the state, obtaining state secrets, attempted treason, and engaging in intelligence activities. Another long-serving employee of the agency is facing charges of aiding and abetting attempted treason and espionage against the state. Both men have been detained, and the Federal Prosecutor General’s Office has confirmed their arrests.

Information: What is Germany’s Federal Intelligence Service (BND)?

The Bundesnachrichtendienst (BND) is Germany’s official foreign intelligence service. Its founder was Reinhard Gehlen, who served as the head of intelligence on the Eastern Front during Nazi Germany. In its early years, the agency recruited numerous former members of Nazi organizations such as the Gestapo and the SS. During the Cold War and in the period that followed, the agency continued to be one of “American imperialism’s biggest partners” in Europe.

Federal Criminal Police Office (BKA) officers detained Hanning at his home in Nordwalde, near Münster, in the early hours of the morning. This was reported by WDR, NDR and Süddeutsche Zeitung.

At the same time, another former senior BND employee was detained in Bavaria. The suspect, identified as Manfred D., was reportedly Hanning’s former chief of staff and had worked at the BND until spring 2026. Investigators searched locations associated with the suspects both there and in Berlin.

Information: What is the Federal Criminal Police Office (BKA)?

The Federal Criminal Police Office (Bundeskriminalamt – BKA) is Germany’s federal criminal police agency responsible for combating crime at the national level.

The two senior figures in German intelligence are expected to appear before a judge today or tomorrow. The judge will formally notify them of the arrest warrants and decide whether they will remain in custody pending trial.

What are the charges?

First of all, it is alleged that D., Hanning’s former chief of staff, provided Hanning with highly classified information from the BND in exchange for money until at least 2022. It is not unusual for retired intelligence officers to take on roles such as security consultants for various organizations after leaving government service. In Hanning’s case, however, investigators suspect that the former BND chief may have prepared a security analysis for a foreign intelligence service “in at least one instance.”

According to information obtained by WDR, NDR and Süddeutsche Zeitung, that foreign service was not Russia.

In another case, Hanning is alleged to have used information obtained from internal BND documents in his communications with a foreign agent.

In fact, the story of how Hanning first came onto investigators’ radar goes back to last year.

According to information obtained by Tagesschau from intelligence sources, Hanning came under investigation after searches were carried out at his home and offices in September last year. At the time, the Hamburg State Criminal Police Office (LKA) was searching for evidence related to the kidnapping of Christina Block’s children.

Child abduction and sensitive documents

The case concerned allegations by the Hamburg prosecutor’s office against restaurant entrepreneur Christina Block and her lawyer, Ingo Bott, over the abduction of children. Prosecutors accuse Block of arranging the kidnapping of her two young children at the end of 2023 amid a custody dispute with her former husband. Hanning is also alleged to have been involved in the attempted abduction. Hanning denies the allegations.

According to the allegations, Hanning, together with a former LKA employee who was his business associate, conspired to hand the children’s father a hard drive containing images and videos of child sexual abuse material.

Information: Who is Christina Block?

Christina Block is the daughter and heiress of Eugen Block, founder of Germany’s well-known Block House steakhouse chain. She is accused of instigating or planning the violent abduction of her two youngest children from Denmark and their transfer to Germany on New Year’s Eve 2023.

The LKA also discovered an electronic data storage device containing highly sensitive material while examining materials seized from Hanning last year.

According to the findings, the former intelligence chief had access to highly classified BND documents from the recent past that he had absolutely no reason to possess. Hanning’s tenure at the BND, meanwhile, had ended in November 2005.

In total, D. is believed to have passed approximately 2,000 documents to Hanning. A significant portion of these reportedly consisted of briefings prepared for the weekly “intelligence situation” meetings held at the Chancellery, where the heads of the country’s security agencies exchange information.

According to information obtained by investigators, the documents included reports on highly sensitive subjects such as Iran’s nuclear program and the Russian military. Intelligence sources say that some of the documents even contained information obtained from foreign intelligence services.

The leaking of such material is being described in the intelligence community as virtually a “super-GAU.”

Information: What is a super-GAU?

Super-GAU is a German-derived term referring to the largest and most destructive situation or catastrophe imaginable, going beyond even the worst-case scenario that has been designed for. It is derived from the German expression “Größter anzunehmender Unfall” (“the greatest assumed accident”).

‘Treason against the state’ allegations

Following the Hamburg LKA’s investigation, the documents seized were handed over to federal authorities. The Federal Prosecutor General’s Office launched a secret investigation into Hanning and the alleged informant within the BND in May 2026.

It is not yet known how long Hanning had been receiving confidential internal information. According to security sources, the most recent documents seized date from June 2022.

It is also unclear how the alleged informant inside the BND managed to remove the material from the tightly secured agency.

The BND was asked for an urgent statement on the matter. The agency referred the case to the Federal Prosecutor General’s Office, citing the fact that an ongoing investigation was involved.

August Hanning’s lawyers have so far failed to respond to an urgent request for comment on the allegations.

Not the BND’s first case

For the BND, this is the second serious case to emerge within a matter of several years.

A former BND official is currently on trial before the Higher Regional Court in Berlin, accused of spying for Russia together with another suspect in 2022. In that case as well, highly classified information concerning BND cyber operations was allegedly leaked outside the agency.

If the allegations against Hanning and the other suspect are confirmed, the case will reach unprecedented proportions in the history of German intelligence.

There has never been another case in German history in which suspicions of treason against the state have targeted such a senior government official as a former head of an intelligence agency.

August Hanning is also a prominent figure in the intelligence world. Throughout his career, he held positions at key points in Germany’s security architecture. Before becoming president of the BND, he served as an official responsible for confidentiality and security at West Germany’s diplomatic mission in East Germany.

He later held various positions at the Federal Chancellery, including serving as Coordinator of the Federal Intelligence Services. Hanning, who holds a doctorate in law, became head of the BND in 1998.

After leaving the intelligence service, he became a State Secretary at the Federal Ministry of the Interior at the end of 2005. Four years later, he was placed into temporary retirement.

Of course, it would not be enough to view this case simply as an instance of “rot” within the institution. We reach this conclusion particularly by recalling how German intelligence has been involved in dirty operations from the very foundation of the agency and throughout its history.

It was not merely a matter of one former director. German intelligence has been involved in numerous dirty operations, from employing Nazi war criminals to Operation Rubikon, carried out jointly with the CIA, and NATO’s secret stay-behind/Gladio networks. In all of these cases, methods strikingly similar to those employed by Hanning were used.

What happened in Hanning’s case is that he continued using what he had learned during his retirement — and was caught.

From this perspective, the Hanning affair can be read not so much as the story of a “rotten official,” but rather as the story of an “official who got caught.”

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Spies and Their Climate Lies

At the UN last week, Ed Miliband shared details of a secret "damning" climate spy report. Ben Pile points out that a similar secret report appeared 22 years ago – and not one of its apocalyptic predictions came true.

The post Spies and Their Climate Lies appeared first on The Daily Sceptic.

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