Neue Cloud-Kontrolle: Warum die Bundespolitik trotz Microsoft-Offensive warnt
Vor dem Hintergrund der europäischen Debatte über digitale Souveränität hat Microsoft-Chef Satya Nadella in Köln um das Vertrauen von Unternehmen und Behörden geworben. Vor rund 5.000 Zuhörerinnen und Zuhörern präsentierte der Manager ein angepasstes Produktportfolio, das Kunden mehr Kontrolle über ihre Daten in der Cloud ermöglichen soll. «Du kannst bestimmen, was wohin geht und wie du es dynamisch ändern kannst», sagte Nadella bei dem Auftritt in der Kölner Messehalle.
Kunden der Microsoft-Cloud Azure können künftig flexibler entscheiden, ob sie Daten lokal abspeichern oder komplett vom Internet trennen wollen. Zudem stellte der Konzern die Funktion «Azure Confidential Clean Rooms» vor, mit der Unternehmen sensible Daten verschlüsselt mit Partnern analysieren können, ohne sie offenzulegen. «Selbst bei der Nutzung ist alles verschlüsselt», erklärte Nadella. Neben Cloud-Lösungen forciert der Konzern vor allem seine Künstliche-Intelligenz-Anwendung Copilot.
Deutsche Großkunden setzen auf KI-Lösungen
Zahlreiche deutsche Konzerne nutzen die Dienste des US-Unternehmens bereits im großen Stil. Der Volkswagen-Konzern bestellte kürzlich Copilot-Lizenzen für 330.000 Beschäftigte. Auch Bayer, Lufthansa und Miele zählen zu den Kunden.
Beim Düsseldorfer Aufzugbauer TK Elevator bereitet ein KI-Assistent die weltweit 25.000 Techniker auf Einsätze vor. Dadurch sank die Zahl der sogenannten Callbacks – Fälle, in denen ein Techniker einen Aufzug wegen ungelöster Probleme erneut anfahren muss – um 40 Prozent. Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim simuliert wiederum Krankheitsverläufe mit digitalen Zwillingen von Patienten, um die Entwicklung von Medikamenten zu beschleunigen.
Kritik an digitaler Abhängigkeit aus der Politik
Trotz der Neuerungen blickt die Bundespolitik mit Skepsis auf die starke Marktstellung des Tech-Riesen. Der digitalpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Schätzl, betonte: «Wir brauchen Microsoft für die Digitalisierung Deutschlands mit KI-Anwendungen, aber hoffentlich nur für eine gewisse Zeit.» Er habe zwar «ein Grundvertrauen» in das Unternehmen, forderte jedoch einen Abbau der Abhängigkeiten: «Letztlich sind wir abhängig von dem US-Konzern, aus dieser Abhängigkeit müssen wir raus.»
Schätzl verwies auf den US-Cloud-Act, der US-Unternehmen dem Zugriff der dortigen Behörden unterwirft. Beteuerungen zum Schutz europäischer Daten seien daher wenig wert: «Am Ende ist es eine Deutschlandtochter, die abhängig ist von ihrem amerikanischen Mutterkonzern.» Zudem führe die hohe Marktmacht zu hohen Preisen. «Auch finanziell wäre es gut für uns, wenn es mehr Wettbewerb gäbe bei Softwarelösungen für den Alltag der Bürger, Behörden und Firmen», so der SPD-Politiker.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.